Unsere Bewohner*innen: Markus Kintscher

Nach meinem Studium bin ich sofort nach Berlin gezogen. Hier in der Elsenstraße wohne ich seit 1996. Eine gefühlte Ewigkeit. Anfangs war die Wohngegend hier recht öde und ein wenig ab vom Schuss. Was aber von Anfang an stimmte, war die Hausgemeinschaft. 

Wenn man so lange in einem Haus wohnt, kennt man doch sehr viele der Mitbewohner. Insbesondere durch die Hoffeste gab es immer wieder persönliche Begegnungen. Gegenüber z.B.  wohnte lange Zeit eine ältere Dame, Frau Dorow. Sie war ein echtes Berliner Original und wusste alles über das Haus und seine Bewohner. Die haben sich mit der Zeit auch ziemlich verändert. Viele Ältere, wie auch Frau Dorow, sind gestorben, Jüngere sind nachzogen.

Berlin ist mittlerweile meine Heimat und die Elsenstraße mein Zuhause. Da ich viel unterwegs bin, ist meine Wohnung Ankerplatz und Rückzugsort. Das Haus ist sehr ruhig und die Mitbewohner pflegen ein gutes Miteinander.

Mit dem Verkauf des Hauses befürchte ich einen Ausverkauf des Hauses. Ein privater Investor will natürlich eine möglichst hohe Rendite erwirtschaften- aber dafür ist ein großer Teil der Mieterschaft wirtschaftlich nicht gut genug aufgestellt. Die würden aus dem Haus verdrängt werden und das möchte hier keiner.

Markus Kintscher

Fotos: Max Merz

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