Unsere Bewohner*innen: Julia Leverkus

Seit fast 10 Jahren wohne ich nun schon in der ELSE 75.  Und ich LIEBE es hier zu wohnen. Ich liebe die Vielfalt hier, aber auch das friedvolle Miteinander. Ich arbeite als Sozialpädagogin mit Menschen die psychisch und /oder körperlich behindert sind. Dieser Job ist oft eine ziemliche Herausforderung. Umso wichtiger ist für mich ein erholsames Wohnumfeld. Hier ist es ruhig und friedlich. Wenn man Bedarf hat nach Kontakt, oder bei irgendetwas Hilfe braucht, klingelt man einfach beim Nachbarn. Wenn man Ruhe braucht, wird man auch in Ruhe gelassen. Hier fühle ich mich sicher und geborgen.

Seit uns mitgeteilt wurde, dass das Haus verkauft wurde, spüre ich allerdings eine große Veränderung hier im Haus. Viele der Mieter/innen und auch ich haben Angst, weil sie absolut nicht wissen, wie es weitergehen soll. Angst davor, dass wir als tolle Hausgemeinschaft auseinandergerissen werden. Angst davor, was mit unserem Zuhause nun in Zukunft passieren wird. Angst davor, ob wir es uns in Zukunft überhaupt noch leisten können, hier zu wohnen. Das wir nicht nur unsere Wohnungen verlieren, sondern auch aus diesem Kiez hier wegziehen müssen.

Es wäre toll und wünschenswert einen Hausbesitzer zu haben, der in erster Linie an dem Wohl und dem Erhalt des Hauses und der Hausgemeinschaft interessiert ist und nicht einen, der dieses Haus gekauft hat, um möglichst viel Profit damit zu machen und dem die Mieter egal sind.

Mir sind meine Nachbarn hier sehr ans Herz gewachsen. WIR SIND, mit all unseren Unterschieden, DER KIEZ!  WIR SIND ELSE75.

Dieses Haus hat eine Seele und diese Seele, die sind wir.

Julia Leverkus

Fotos: Max Merz

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