Unsere Bewohner*innen: Christian Braeger und Lorenz

Seit dem Winter 2015 wohnen wir gemeinsam in der Else. Wir sind zusammen auf derselben Schule gewesen und haben uns hier nach dem Studium wiedergefunden. Die Else ist also nicht nur unser Berliner Zuhause, sie ist auch ein Stück Harburger Hafen an der Spree.

Auch für unsere Freund*innen ist die Else schon längst zum Angelpunkt im Kiez geworden. Sie stand lange auch für die Hoffnung, dass es noch bezahlbare Mieten gibt, dass auch schwierige finanzielle Zeiten gemeistert werden können und nicht mit dem Verlust der sozialen Struktur einhergehen. Wir haben große Sorge, dass wir diese Sicherheit verlieren werden. Ebenso blicken wir mit Sorge auf unsere Nachbar*innen, die bereits seit Jahrzenten in diesem Haus leben. Eine Verdrängung würde sie gewiss ungleich härter treffen, fällt es ihnen doch schwerer als uns, sich an Veränderung zu gewöhnen.

Aber, wir sind begeistert von dem Engagement, das sich in so kurzer Zeit in unserer Hausgemeinschaft entwickelt hat. Mag der Grund auch ein tragischer sein, hat uns die Situation dennoch als Haus zusammengeschweißt. Wir sind vernetzt, organisiert und bereit für unsere Belange einzutreten. Was wir bisher als Haus neben unserem täglichen Leben geschafft haben ist beeindruckend. In Berlin läuft man Gefahr, in der Anonymität und Einsamkeit der Stadt unter zu gehen. Spätestens seit Beginn unseres Engagements ist das nicht mehr so. Nun ist das “Hey, wie geht’s dir” im Hausflur nicht mehr nur eine Floskel. Da setzt man sich zusammen und spricht über die Sorgen und Ängste, die einem die Ohnmacht vor Spekulationsinteressen und auch alles Andere manchmal in die Knochen treibt.

Daher liebe Berliner Genossenschaften: Eine so dynamische, willensstarke und liebevolle Hausgemeinschaft gibt es nicht alle Tage auf dem Markt. Nehmen Sie mit dem Bezirk Kontakt auf und kaufen Sie die Else.
Die Else bleibt.

Christian Braeger und Lorenz

Fotos: Max Merz

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