Unsere Bewohner*innen: Patricia und Christian

Fotos: Max Merz



Warum ich so gerne hier lebe?

Ich heiße Patricia und wohne mit meinem Mann Christian und unserer Katze Mire seit neun Jahren in diesem Haus. Wir wohnen im vierten Stock eines Seitenflügels, sehr nah am Himmel und in Bäumen. Im Sommer weckt mich die aufgehende Sonne, die dann unseren Balkon bis kurz vor Mittag bescheint. Ich liebe es sehr, nach dem Aufstehen meinen ersten Kaffee dort zu trinken, die Morgensonne im Gesicht und die Ruhe um mich herum. Das Rascheln der Blätter des Lindenbaumes, der fast bis zum Dach reicht, vermittelt mir ein Gefühl von Natur mitten in der Stadt. Wenn dann “unsere” Eichhörnchen noch in den Ästen herumturnen und spielen, ist es ein perfekter Ort und wundervoller Tagesstart.

Es ist auch noch nach neun Jahren immer wieder bemerkenswert, wie ruhig es hier ist. Der Lärm bleibt außen vor. Unser Hof mit den beiden Bäumen schirmt uns ab von allem Getöse der Stadt und ist wie eine Oase.

Ich mag auch unsere Wohnung sehr, sie ist für mich “Zuhause”, meine Burg und mein Ort, den ich zur Regeneration benötige. Ich bin Krankenschwester seit über dreißig Jahren, da ist es wichtig, so einen Rückzugsort zu haben. Ich fühle mich einfach wohl in unserem Haus, weil wir hier nicht anonym sind; viele von den Bewohnern der Else75 leben schon lange Jahre hier. Die meisten kennen sich, das ist sehr schön, ein Schwätzchen im Hof, wenn wir uns treffen ist immer drin. Es gibt engere Freundschaften hier im Haus und lockere Bekanntschaften. Die Mieterstruktur ist bunt gemischt; ältere Menschen, junge Familien, Studenten, Paare, WG`s, Einzelmieter, Selbstständige, Angestellte, zwei Institutionen. Der Umgangston ist freundlich und angenehm. Im großen Eingangsflur werden oft Dinge getauscht oder angeboten, wie Bücher, Dekosachen, Lampen, etc.

Unser Kiez ist unaufgeregt und in den Geschäften, Bäckereien und Cafes kennt man sich. Es gibt Initiativen, Weinproben und Feste. Es ist ein wenig wie ein Dorf in der großen Stadt, die um uns herum brummt.

Hier möchte ich bleiben.

Es ist mein Zuhause.

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Unsere Bewohner*innen: Camila und Robert

Fotos: Max Merz



Wir wohnen nun schon seit 5 Jahren in der Elsenstraße 75.

Eingezogen sind wir zu zweit, wissend, dass wir bald zu dritt sein werden. Die Elsenstraße 75 wurde unser erstes eigenes Zuhause.

Hier haben wir uns als kleine Familie zusammengefunden, haben schlaflose Nächte durchmacht, einen Kitaplatz in fußnähe gefunden und haben viele Trotzphasen im Kleinkindalter durchlebt. Immer mit dem Wissen, dass unsere Nachbarn Verständnis für lautes Kindergeschrei haben und man auch mal die Waschmaschine erst kurz vor Mitternacht anmachen darf. Weil man seine Nachbarn kennt, mit ihnen reden kann und diese sehr wohlwollend zu uns sind.

Mittlerweile sind wir sogar zu viert. Die Betreuung im Wochenbett hat meine Nachbarin, eine Hebamme aus dem Vorderhaus übernommen. Und auch wenn offiziell keine Hebammenbesuche mehr anstehen, bei Begegnungen im Hausflur oder beim Abholen von bestellten Paketen, kommt man immer wieder ins Gespräch und kann sich wertvolle Baby-Tipps abholen.

Die Elsenstraße 75 ist unser zu Hause.

Hier fühlen wir uns sicher. Kaum zu glauben aber wahr: Hier wurde uns noch nie ein Fahrrad geklaut, kein Kindersitz, kein Licht. Und das in Berlin. Hier helfen wir Nachbarn uns gegenseitig. Füttern unsere Katzen, wenn einer im Urlaub ist, oder gießen die Pflanzen und sind nicht böse, wenn die Orchidee dies dann doch nicht überlebt.

Hier fühlen wir uns wohl. Mit unseren Nachbarn. In der Elsenstraße 75.

Robert und Camila

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Unsere Bewohner*innen: Nora und Matthias

Fotos: Max Merz

Wir sind Nora und Matthias und engagieren uns beruflich gegen Gewalt und Mobbing an Schulen und für Menschenrechte. Wir leben seit mehr als fünf bzw. einem Jahr in der Else 75 und seit fast zwölf Jahren in Berlin. Im wuseligen Neukölln ist unsere Wohnung für uns ein heilsamer Rückzugsort. Die unterschiedlichen Herkünfte, Alter, Geschichten und Weltsichten der Menschen, die in unserem Haus wohnen, und der respektvolle Umgang miteinander sind einfach unbezahlbar.

Die Else 75 steht für uns auch für die Vielfalt und das breite zivilgesellschaftliche Engagement unseres Kiezes. Wir sind beeindruckt, dass es in unserem Haus so viele Nachbar*innen und sogar mehrere Vereine gibt, die sich auf vielfältige Weise gegen Rassismus und für die Belange sozial benachteiligter Menschen einsetzen.

An Häusern wie der Else 75 und dem, was mit diesen Häusern passiert, entscheidet sich jeden Tag aufs Neue – und jedes Mal auch ein bisschen mehr – in welche Richtung sich die Gesellschaft bewegt, in der wir leben. Gelingt uns – auch räumlich – ein Zusammenleben in Unterschiedlichkeit, ohne Ansehen von Herkunft, Beruf, Interessen, Orientierungen und Einkommen? Oder führt die immer ungleichere Verteilung von Besitz und Vermögen dazu, dass die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen immer stärker getrennt voneinander leben? Sodass die einen die Lebensrealitäten der anderen überhaupt nicht mehr erleben und erfahren (können), weil sie sich kaum noch begegnen – und unsere Gesellschaft damit immer weiter auseinander driftet?

Es macht uns schlicht Existenzangst, dass der Verkauf unseres Hauses und damit horrende Mieterhöhungen oder gar die Umwandlung von Miet- in luxussanierte Eigentumswohnungen droht. Wir würden damit nicht nur unser geliebtes Zuhause verlieren, sondern auch ein Stück Heimat, die wir in unserem Elsen-Kiez gefunden haben. Was das für unsere Nachbar*innen bedeuten würde, die hier schon seit Jahrzehnten wohnen, das vermögen wir uns nicht vorzustellen. Wir bitten alle, die in irgendeiner Weise darauf Einfluss nehmen können, die Else 75 und ihre Bewohner*innen dabei zu unterstützen, unsere Hausgemeinschaft und den bezahlbaren Wohnraum, der diese Hausgemeinschaft erst möglich gemacht hat, zu erhalten.

Nora und Matthias

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Unsere Bewohner*innen: Anna und Nicolai

Fotos: Max Merz

Als wir uns die Wohnung, in der wir jetzt seit acht Jahren leben, angeschaut haben, waren wir sofort verliebt. Wir verstanden uns super mit der damaligen Mieterin und sie würde uns der Hausverwaltung als Nachmieter vorschlagen. Allerdings fehlte noch eins: „Jetzt gehen wir nochmal kurz nach nebenan und klingeln bei meiner Lieblingsnachbarin, Frau L., die muss Euch auch mögen!“ Mit Frau L. lief es super und zwei Monate später zogen wir ein. Seither hat sich dieses Grundgefühl gegenüber den Nachbarn im Haus bei uns gehalten.

Bei gut 50 Parteien kennen wir natürlich nicht alle, aber die meisten sehen wir öfter im Flur oder im Hof, oder beim Pakete abholen. Man hilft sich gegenseitig und ist freundlich zueinander. Unten im Flur gibt es ständig Dinge zu verschenken, die jemand nicht mehr braucht, manchmal leiht man sich eine Leiter.

Wir sind nach bzw. während unseres Kunststudiums in Bremen nach Berlin gezogen, und waren in den ersten Jahren unserer beruflichen Selbstständigkeit froh, so ein freundliches und sicheres Zuhause gefunden zu haben. Anna ist weiterhin Malerin und Zeichnerin, während sich Nicolais Tätigkeit zum Gitarrenbau und zur Musik verschoben hat.

Die Mieterschaft im Haus ist für Neukölln sehr bunt gemischt. Und das soll so bleiben. Hier wohnen Leute seit 6 und seit 60 Jahren. Wir schätzen das. Else 75 bleibt!

Anna und Nicolai

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Unsere Bewohner*innen: Maya und Milo

Fotos: Max Merz

Seit September 2006 leben wir in der Else75. Zuvor waren unsere Anschriften in Moabit und später in Friedrichshain. Aber erst in dieser Gegend, in dieser Nachbarschaft und in diesem Kiez, wurde Berlin endlich unser Zuhause.

Maya

Berlin schien mir eine nicht zu entziffernde und undurchdringliche Stadt zu sein. Immigrantin zu sein war ein Thema, das ich nicht ignorieren konnte, bevor ich in Neukölln lebte. Als Tourist gesehen oder diskriminiert zu werden wegen meines Akzentes, meines Phänotyps, meines Ursprungsorts…, schien etwas zu sein, das an den undenkbarsten Orten “verwurzelt” war. Sogar das Einkaufen im Supermarkt war ein soziales Experiment, in dem sich Fremdenfeindlichkeit kristallisierte. In Neukölln anzukommen, war dennoch die Tür, die sich zu einer anderen Realität der Stadt öffnete. Ein Berlin nicht von einfacher “Toleranz”, sondern von sozialer Eingliederung und Akzeptanz. In diesen Jahren war das Leben in dieser Gegend nicht in Mode. Eine humorvolle Anekdote: Ein Kommilitone vermied es, in die Wohnung zu kommen, aus Angst angegriffen, angerempelt oder geschlagen zu werden … und vor all den Ereignissen, die eher in unserer eifrigen Phantasie als in der Realität vorkommen. Jetzt ist auch er ein Nachbar! Ich habe diese Ängste nie geteilt. Seitdem ich in dieser Gegend lebe, war ich ein Teil des Ganzen, ein passendes Puzzlestück.

Die Wohnung, in der wir leben, hat eine lange Geschichte der Solidarität und Zuneigung. Zuvor lebte dort ein Freund, der aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt zog. Die Entscheidung, die Wohnung zu verlassen, wurde schnell getroffen, so dass wir dieses Haus mit dem skurrilen Charakter angenommen haben. Hier haben wir eine Nachbarin getroffen, die im Laufe der Jahre eine unserer besten Freunde wurde. Das Leben in diesem Gebäude begann einen anderen Charakter zu haben, den wir in den vorherigen Häusern vorfanden: das Familienleben, nicht nur als Paar, sondern auch Freundschaften, die wir im Laufe der Jahre aufgebaut haben, gaben mir das Gefühl, zu Hause zu sein. Von “heroischen Rettungen”, nachdem ich einige Stunden auf dem Balkon gefangen war, bis zum erleichterten Türöffnen, nachdem ich in der Winterzeit meinen Schlüssel in diesem Meer aus Schnee und Müll verloren und gefunden hatte. All diese kleinen Anekdoten, die schließlich Teil unserer Geschichte werden.

Milan Kundera bezog sich auf das Wort Litost, das es nur in tschechischer Sprache gibt. Es bezieht sich auf einen Zustand der Agonie und Qual, die durch die plötzliche Vision des eigenen Elends entsteht. Es war dieses Gefühl, das ich empfand, als die Vorstellung mein Zuhause verlassen zu müssen, meine Seele übernommen hat.

Milo

Else75 ist die perfekte Blase, die ich gefunden habe, um friedlich zu leben und zu schlafen!! – besonders am Anfang. Als wir umzogen sind, studierte ich noch Biologie und arbeitete in verschiedenen Schichten im Krankenhaus. In den vorangegangenen Wohnungen erlaubte es das Treiben bei Tag und Nacht nicht, mich auszuruhen, wenn ich es brauchte: zu lernen, zu schlafen, meine Energie zurückzugewinnen. Manche sagen uns, es sei “Glück” und “Luxus” in dieser Wohnung zu leben. Aber Ruhe in der Wohnung sollte kein Privileg sein, sondern ein Recht. Diese Ruhe erlaubte mir, dass die Jahre des Studiums und der Arbeit nicht durch eine feindselige und turbulente Umgebung verschlimmert wurden.

Nun kann ich sagen, dass das gesamte Else75-Ökosystem auf einem Gleichgewicht von Social Engineering basiert. Wenn ich nicht arbeite, kann ich mich auf meine musikalischen Projekte konzentrieren. Zu keiner Zeit wurde meine Musikophilie als lästig empfunden. Einige meiner Nachbarn teilen auch dieses Hobby, wodurch ich mich auf melodischer Ebene mit ihnen verbunden fühle. Aber nicht nur die Leidenschaft für Musik teile ich mit meinen Nachbarn. Else75 hat die Besonderheit, in friedlicher Harmonie zu leben.

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Unsere Bewohner*innen Spezial: Sherin

Zwar wohne ich nicht richtig in der Else75 und dennoch bedeutet sie für mich zu Hause.

Vor vier Jahren bin ich nach Berlin gekommen und habe in einer Wohnung um die Ecke gelebt. Seither bedeutet dieser Kiez für mich Zuhause. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt, suche ich nun schon seit einem halben Jahr eine bezahlbare Wohnung – bisher allerdings erfolglos. Mit meinem Koffer in der Hand, werde ich glücklicherweise von Freunden aufgenommen – unter anderem in der Else75.

Mittlerweile ist mein Alltag geprägt von der Wohnungssuche. Regelmäßig fahre ich in die verschiedenen Berliner Bezirke.Nur um mich dann mit hunderten anderen Suchenden durch leerstehende Wohnungen zu drängeln, um wieder und wieder eine Absage zu erhalten. Bezahlbare Wohnungen sind rar geworden in Berlin, ich kann das aus Erfahrung sagen. Und ist doch mal eine Wohnung finanzierbar, bin ich eine von 2.000. Auch daher verstehe ich nicht, dass in der Else75 Wohnungen offenbar seit Jahren leerstehen und nicht vermietet werden. Das macht mich gleichzeitig wütend und traurig, da es so viele Verzweifelte wie mich gibt, die beinahe jede bezahlbare Wohnung mit Kusshand nehmen würden.

Die Else75 bietet mir in meiner verzweifelten Situation ein Zuhause. Auch wenn ich hier auf der Couch schlafe und aus Koffern lebe, ist hier der Ort, an dem ich immer wieder ankomme und Ruhe finde.

Als die Nachricht kam, dass die Else75 verkauft wurde, war ich schwer getroffen: noch mehr Konkurrent*innen auf dem Wohnungsmarkt 😉

Die Else75 hatte mir Stabilität und Hoffnung gegeben, dass auch ich in Berlin eine Wohnung mit netter Nachbarschaft finden könnte. Durch die Ungewissheit, was nach dem 8. April mit dem Haus und seinen Menschen passiert, ob sie sich die Wohnungen dann noch leisten können oder ob sie verdrängt werden, ist ihnen Stabilität genommen worden. Ich kenne das Haus und seine Bewohner*innen zwar noch nicht lange, allerdings bin ich ernsthaft gerührt davon, was hier seit dem 13. Februar alles passiert ist. Die Menschen sind zusammengerückt. Die Hausgemeinschaft hat sich organisiert. Beim Kampf um ihr Haus kommen die jeweiligen individuellen Fähigkeiten der Bewohner*innen zum Einsatz. Jeder tut das, was er kann und alle Interessen werden hier berücksichtigt. Dabei wird auch denen Gehör geschenkt, die leicht zu überhören sind. Dadurch wird dieses Spekulationsobjekt Haus für mich zu einem ganz besonderen Ort – einer belebten Gemeinschaft, die in ihrer liebenswerten Verschiedenheit für einander einsteht.

Ich als Wohnungslose kann ein Lied davon singen, wie elementar ein Ort ist, den man sein Zuhause nennen kann. Und es macht mich wütend, dass den Bewohner*innen der Else75 nun diese Sicherheit genommen werden soll.

Obwohl ich hier nicht wirklich wohne fühle ich mich mittlerweile doch irgendwie als Teil dieser Hausgemeinschaft. Auf dem Hoffest am 24. März und darüber hinaus, stehe ich der Else75 solidarisch bei Seite und das könnt Ihr auch.

Sherin

Fotos: Max Merz

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Unsere Bewohner*innen: Christian Braeger und Lorenz

Seit dem Winter 2015 wohnen wir gemeinsam in der Else. Wir sind zusammen auf derselben Schule gewesen und haben uns hier nach dem Studium wiedergefunden. Die Else ist also nicht nur unser Berliner Zuhause, sie ist auch ein Stück Harburger Hafen an der Spree.

Auch für unsere Freund*innen ist die Else schon längst zum Angelpunkt im Kiez geworden. Sie stand lange auch für die Hoffnung, dass es noch bezahlbare Mieten gibt, dass auch schwierige finanzielle Zeiten gemeistert werden können und nicht mit dem Verlust der sozialen Struktur einhergehen. Wir haben große Sorge, dass wir diese Sicherheit verlieren werden. Ebenso blicken wir mit Sorge auf unsere Nachbar*innen, die bereits seit Jahrzenten in diesem Haus leben. Eine Verdrängung würde sie gewiss ungleich härter treffen, fällt es ihnen doch schwerer als uns, sich an Veränderung zu gewöhnen.

Aber, wir sind begeistert von dem Engagement, das sich in so kurzer Zeit in unserer Hausgemeinschaft entwickelt hat. Mag der Grund auch ein tragischer sein, hat uns die Situation dennoch als Haus zusammengeschweißt. Wir sind vernetzt, organisiert und bereit für unsere Belange einzutreten. Was wir bisher als Haus neben unserem täglichen Leben geschafft haben ist beeindruckend. In Berlin läuft man Gefahr, in der Anonymität und Einsamkeit der Stadt unter zu gehen. Spätestens seit Beginn unseres Engagements ist das nicht mehr so. Nun ist das “Hey, wie geht’s dir” im Hausflur nicht mehr nur eine Floskel. Da setzt man sich zusammen und spricht über die Sorgen und Ängste, die einem die Ohnmacht vor Spekulationsinteressen und auch alles Andere manchmal in die Knochen treibt.

Daher liebe Berliner Genossenschaften: Eine so dynamische, willensstarke und liebevolle Hausgemeinschaft gibt es nicht alle Tage auf dem Markt. Nehmen Sie mit dem Bezirk Kontakt auf und kaufen Sie die Else.
Die Else bleibt.

Christian Braeger und Lorenz

Fotos: Max Merz

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Unsere Bewohner*innen: Familie Pfeffer

Wir, die Familie Pfeffer wohnen seit 1985 in der Else75. Wir haben hier unsere Kinder großgezogen und unseren Lebensmittelpunkt.

Da aus den bekannten Inselgründen West-Berlins die Renten nicht sehr üppig ausfallen, sind steigende Mieten ein Riesenproblem und ein Weg in die Altersarmut!

Dies zu verhindern sollte ein Anliegen aller Beteiligten sein!

Viele Grüße.

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Unsere Bewohner*innen: Jan und Iris

Wir, Jan und Iris, sind Geschwister. 2014 sind wir in die Elsenstraße 75 eingezogen, in zwei übereinanderliegende Wohnungen. Das fanden wir schon damals einen echten Glückstreffer, obwohl wir da noch gar nicht wussten, dass wir neben einander auch noch jede Menge andere tolle Nachbarn bekommen: Alte und junge, einige mit denen man gerne mal länger am Fenster schwatzt und weniger redselige, die dann aber plötzlich mit den entscheidenden Tipp zur Reparatur des Briefschlitzes um die Ecke kommen.

Vorher haben wir zusammen in einer Wohnung gewohnt – 3km weiter nördlich und gefühlt genauso weit weg von den Menschen in der Wohnung nebenan – und manchmal gezankt, darüber wer staubsaugt oder einkaufen geht… Heute leihe ich mir den Staubsauger meiner Schwester und vom Einkauf bringe ich ihr Schokolade mit, die ich dann durch den Briefschlitz in der Tür stecke.

Iris hat Archäologie studiert, aber anstatt nach verlorenen Schätzen zu graben, arbeitet sie schon eine ganze Weile in einem Verlag in Kreuzberg. Von der Elsenstraße zu ihrem Büro ist es ein schöner Spaziergang am Kanal entlang. Mich hat es erst vor Kurzem aus der Holzrestaurierungswerkstatt auch an einen Schreibtisch gezogen. Die Leute geben nicht mehr so gerne Geld aus um Altes zu bewahren… In meiner Wohnung habe ich mir jedoch – über dem Schlafzimmer meiner Schwester – eine kleine Holzwerkstatt eingerichtet. Die soll bleiben, genau wie all die anderen Räume in diesem Haus und vor allem auch deren Bewohner!

Jan (und Iris) H.

Fotos: Max Merz

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Unsere Bewohner*innen: Mario

Seit 2007 wohne ich in der Elsenstraße 75 im Aufgang 4. Ich mag die Wohnung nicht nur weil die Renovierung Zeit und Geld kostete, auch genieße ich die Ruhe im Seitenflügel sowie das angenehme Wohnklima und das freundliche Miteinander der Leute, die hier wohnen.

2003 mußte ich wegen Mietspekulationen vom Prenzlauer Berg nach Kreuzberg ziehen. Ich war sehr froh diese Wohnung gefunden zu haben als ich auch von Kreuzberg wegen Mietwucher weg musste. Eigentlich habe ich nicht vor noch ein drittes mal vertrieben zu werden.

Nun bin ich auch schon 11 Jahre hier und mit der Wohnung verwachsen und es wäre ein großes Problem für mich auszuziehen. Ich habe vor 8 Jahren eine Krebserkrankung mit heftiger Chemotherapie überstanden und wichtige Ärzte in der Nähe.

Ich mag die Umgebung mit dem Kanal und den nahen Treptower Park. Es gibt hier noch einen gesunden Mix an Menschen und ich hatte immer gehofft, das dass so bleibt. Das ist einfach mein Platz wo es mir gut geht und
ich will bleiben!!!

Mario Dietze

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