Treffen mit Initiativen

Nach dem es bei uns intern gerade etwas ruhiger zugeht, suchen wir uns eben Beschäftigung außerhalb. Der Wohnungsmarkt wird ja leider nicht besser.

Deshalb haben wir uns gestern mit Vertreter*innen anderer Initiativen aus Neukölln getroffen, die sich schon länger treffen und Gedanken um einen gemeinsamen Austausch machen. Wir haben uns sehr gefreut an diesem Austausch mitwirken zu können und freuen uns über die tolle Arbeit, die da bereits gemacht wurde und natürlich noch gemacht wird.

Auch die aktuell vom Verkauf betroffenen Inis der Schöneweider 20 und der Hobrecht 59 waren Anwesenden und wir hoffen natürlich, dass wir sie in ihrem Kampf unterstützen können.

Weiterlesen

Pressespiegel

Die letzten Tage und Wochen kamen 2 Fernsehberichte über uns und ein kleiner Artikel im Tagesspiegel. Hier eine Übersicht.

Heute Plus (ab Minute 2:20): https://www.zdf.de/nachrichten/heute-plus/190404-hplus-stream-100.html

RTL Punkt 12 (Ab Minute 24): https://www.tvnow.de/shows/punkt-12-1509/2019-04/episode-69-teil-1-2-thema-u-a-psycho-killer-auf-der-flucht-1550144

Tagesspiegel: https://leute.tagesspiegel.de/neukoelln/macher/2019/04/10/78106/bezirk-wendet-vorkaufsrecht-fuer-die-else75-an/

Weiterlesen

Etappensieg!

2 Monate Anspannung, Stress, Auf und Ab haben gestern erstmal ihr Ende gefunden. Die offizielle Frist in der die Stadt die Möglichkeit hatte unsere Else vorzukaufen ist verstrichen und die gute Nachricht ist: Die Stadt hat das Recht auf Vorkauf ausgeübt! Wir wurden nun von der Gewobag übernommen, eines von derzeit sechs kommunalen Wohnungsunternehmen in Berlin.

Das ist ein großer Schritt. Damit haben wir alles uns Mögliche für das Vorkaufsrecht getan. Dennoch besteht die Möglichkeit das die Käuferin Widerspruch einlegt. Ein Widerspruch hätte dann Erfolg, wenn im Vorkaufsprozess formal etwas falsch gelaufen ist. Das heißt für uns, dass das große Aufatmen erst in einem Monat stattfinden wird und wir bis dahin wachsam bleiben werden.

Was bleibt? Wir würden allen Betroffenen gerne die ultimative Formel für den Erfolg eines solchen Prozesses aufzeigen, aber das können wir nicht. Was wir können, ist zu unterstützen, unsere Erfahrungen weiterzugeben und solidarisch zu sein. Wir haben viel miterlebt in diesen 2 Monaten, wir haben diverse Konzepte geprüft, waren euphorisch und haben natürlich auch Fehler gemacht.

Wir danken allen die uns in dieser Zeit unterstützt und diesen Erfolg möglich gemacht haben! Wir sind alle diese Stadt, nicht irgendwelche Investoren und Spekulanten. Es werden viele Häuser folgen bei denen gekämpft werden muss und das schaffen wir nur zusammen!

Else 75 bleibt!

Weiterlesen

Demo Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn am 6. April

Bei strahlendem Sonnenschein sind wir heute zahlreich zum Alexanderplatz gefahren, um gegen Mietenwahnsinn zu demonstrieren. Auch wenn unsere ungewisse Situation deutlich auf unsere Stimmung drückt, haben wir uns auf den Austausch mit zahlreichen anderen Berliner Initiativen gefreut, die sich mit dem Anliegen erschwinglichen Wohnraums befassen.
Dabei ist uns einmal mehr deutlich geworden, wie sehr wir als Berliner Mieter*innen doch alle im selben Boot sitzen. Wir machen uns dafür stark, dass alle Menschen ein Recht auf Wohnraum haben, und sei der Wohnungsmarkt in Berlin noch so angespannt.

Es war wunderbar zu sehen, wie viele Menschen heute auf die Straße gegangen sind, damit in unserer Stadt auch in Zukunft ein Miteinander möglich ist, in dem sich auch Leute ohne hohes Einkommen wiederfinden. Beeindruckend waren auch die langen Schlangen an den Unterschriftenständen des Volksbegehrens zur Enteignung großer Wohnungskonzerne – ein starkes Zeichen dafür, dass viele sich eine klare Veränderung wünschen.

Die Freude über soviel Solidarität hat uns an diesem Nachmittag Kraft für unser weiteres Engagement gegeben. Es ist für uns noch einmal sehr deutlich geworden, dass wir eine sinnvolle Sache tun – auch und gerade wenn wir jenseits unserer Haustür diejenigen unterstützen, die von Verdrängung und Mietenwahnsinn betroffen sind. Einige von uns waren am Nachmittag daher auch in der Wrangelstraße präsent, wo Besetzer*innen eines kleinen Ladens – der ebenso wie das gesamte Haus, bis auf zwei Wohnungen, bereits seit vier Jahren entmietet wurde – von massivem Polizeiaufgebot eingekesselt wurden.

Die Teilnehmer*innenzahl der Demo heute wurde auf 35-40.000 geschätzt. Das sind zwar nochmal mehr als bei der letzten Mietenwahnsinn-Großdemo, doch wir sind sicher: Beim nächsten Mal werden wir mindestens 350.000 sein, denn Wohnen geht uns alle an!

Weiterlesen

Vorbereitungen zur Demo gegen Mietenwahnsinn

Menschen aus allen Kiezen Berlins kommen morgen (Samstag, den 6. April) um 12 Uhr am Alexanderplatz zusammen, um gemeinsam auf die Straße zu gehen, gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn zu protestieren und sich für ein solidarisches Miteinander in der Stadt einzusetzen (Demo Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn). Und auch in vielen anderen Städten finden Demonstrationen und Aktionen unter dem Motto: „Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ statt.

Natürlich sind auch wir dabei! In den letzten Tagen waren wir fleißig und haben viele Transparente gemalt. Dank des wunderbaren Frühlingswetters konnte das Ganze im Garten hinter unserem Haus stattfinden.

Wir hoffen, auch ihr seid alle dabei, denn zusammen können wir etwas bewegen! Wir sind viele, und wir unterstützen uns gegenseitig. Vor kurzem hat es unser Haus getroffen und morgen könnte es eures sein. Wer Tipps braucht, spreche uns gerne an. Uns Bewohner*innen der Else75 erkennt ihr am Eichhörnchen!

Weiterlesen

Unsere Bewohner*innen: Patricia und Christian

Fotos: Max Merz



Warum ich so gerne hier lebe?

Ich heiße Patricia und wohne mit meinem Mann Christian und unserer Katze Mire seit neun Jahren in diesem Haus. Wir wohnen im vierten Stock eines Seitenflügels, sehr nah am Himmel und in Bäumen. Im Sommer weckt mich die aufgehende Sonne, die dann unseren Balkon bis kurz vor Mittag bescheint. Ich liebe es sehr, nach dem Aufstehen meinen ersten Kaffee dort zu trinken, die Morgensonne im Gesicht und die Ruhe um mich herum. Das Rascheln der Blätter des Lindenbaumes, der fast bis zum Dach reicht, vermittelt mir ein Gefühl von Natur mitten in der Stadt. Wenn dann “unsere” Eichhörnchen noch in den Ästen herumturnen und spielen, ist es ein perfekter Ort und wundervoller Tagesstart.

Es ist auch noch nach neun Jahren immer wieder bemerkenswert, wie ruhig es hier ist. Der Lärm bleibt außen vor. Unser Hof mit den beiden Bäumen schirmt uns ab von allem Getöse der Stadt und ist wie eine Oase.

Ich mag auch unsere Wohnung sehr, sie ist für mich “Zuhause”, meine Burg und mein Ort, den ich zur Regeneration benötige. Ich bin Krankenschwester seit über dreißig Jahren, da ist es wichtig, so einen Rückzugsort zu haben. Ich fühle mich einfach wohl in unserem Haus, weil wir hier nicht anonym sind; viele von den Bewohnern der Else75 leben schon lange Jahre hier. Die meisten kennen sich, das ist sehr schön, ein Schwätzchen im Hof, wenn wir uns treffen ist immer drin. Es gibt engere Freundschaften hier im Haus und lockere Bekanntschaften. Die Mieterstruktur ist bunt gemischt; ältere Menschen, junge Familien, Studenten, Paare, WG`s, Einzelmieter, Selbstständige, Angestellte, zwei Institutionen. Der Umgangston ist freundlich und angenehm. Im großen Eingangsflur werden oft Dinge getauscht oder angeboten, wie Bücher, Dekosachen, Lampen, etc.

Unser Kiez ist unaufgeregt und in den Geschäften, Bäckereien und Cafes kennt man sich. Es gibt Initiativen, Weinproben und Feste. Es ist ein wenig wie ein Dorf in der großen Stadt, die um uns herum brummt.

Hier möchte ich bleiben.

Es ist mein Zuhause.

Weiterlesen

9. Bewohner*innen-Treffen

Am Montag haben wir uns wieder in größerer Runde getroffen. In einer Woche, am 8. April, endet die Frist für die Else75, in der die Stadt ihr Vorkaufsrecht ausüben kann. Das bedeutet: der Druck steigt. Wir haben nur noch wenige Tage, in denen wir all unsere Optionen prüfen, die uns noch zur Verfügung stehen.

Während des Treffens haben wir uns gegenseitig über den aktuellen Stand der verschiedenen Entwicklungen in Kenntnis gesetzt. Dabei hatten wir Besuch von Natalia Höpper und ihrem Kamera-Team, das für RTL einen Beitrag über unsere Hausgemeinschaft dreht.

Zwar läuft die Zeit gegen uns, doch noch haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir unser Zuhause retten können.

Weiterlesen

Unsere Bewohner*innen: Camila und Robert

Fotos: Max Merz



Wir wohnen nun schon seit 5 Jahren in der Elsenstraße 75.

Eingezogen sind wir zu zweit, wissend, dass wir bald zu dritt sein werden. Die Elsenstraße 75 wurde unser erstes eigenes Zuhause.

Hier haben wir uns als kleine Familie zusammengefunden, haben schlaflose Nächte durchmacht, einen Kitaplatz in fußnähe gefunden und haben viele Trotzphasen im Kleinkindalter durchlebt. Immer mit dem Wissen, dass unsere Nachbarn Verständnis für lautes Kindergeschrei haben und man auch mal die Waschmaschine erst kurz vor Mitternacht anmachen darf. Weil man seine Nachbarn kennt, mit ihnen reden kann und diese sehr wohlwollend zu uns sind.

Mittlerweile sind wir sogar zu viert. Die Betreuung im Wochenbett hat meine Nachbarin, eine Hebamme aus dem Vorderhaus übernommen. Und auch wenn offiziell keine Hebammenbesuche mehr anstehen, bei Begegnungen im Hausflur oder beim Abholen von bestellten Paketen, kommt man immer wieder ins Gespräch und kann sich wertvolle Baby-Tipps abholen.

Die Elsenstraße 75 ist unser zu Hause.

Hier fühlen wir uns sicher. Kaum zu glauben aber wahr: Hier wurde uns noch nie ein Fahrrad geklaut, kein Kindersitz, kein Licht. Und das in Berlin. Hier helfen wir Nachbarn uns gegenseitig. Füttern unsere Katzen, wenn einer im Urlaub ist, oder gießen die Pflanzen und sind nicht böse, wenn die Orchidee dies dann doch nicht überlebt.

Hier fühlen wir uns wohl. Mit unseren Nachbarn. In der Elsenstraße 75.

Robert und Camila

Weiterlesen

Mietendemo am 06.04

In ca. einer Woche endet die Frist in der die Stadt das Recht hat unser Haus per Vorkauf zu sichern. Wir werden deshalb die Chance nutzen nochmal in großer Anzahl auf der Mietendemo präsent zu sein und unsere Situation in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir rufen alle Interessierten dazu auf mit uns und allen anderen Initiativen zur Demo am 06.04 zu kommen!

Weiterlesen

8. Bewohner*innen-Treffen

Gestern haben wir uns das erste Mal nach dem Hoffest wieder in einer größeren Runde getroffen, um über den Fortgang unseres Kaufprozesses zu reden.

Wir haben nun noch ein bisschen mehr als eine Woche um alle Kräfte zu mobilisieren und das beste für unser Haus rauszuholen. Wir strecken unsere Fühler in alle möglichen Richtungen, um unser Haus nicht zu einem Spekulationsobjekt werden oder uns raus renovieren zu lassen.

Das Schöne ist: Wir sind mittlerweile gut vernetzt. Wir haben Kontakte zu Presse/Initiativen/Politiker*innen, sollte unser Kampf letztendlich nicht das von uns gewünschte Ergebnis bringen, wird er damit nicht beendet sein. Wir haben uns als Hausgemeinschaft zusammengefunden und diese Frist endet nicht am 08.04.

Vom Hoffest bleibt nix anderes als ein großes Lächeln zurück. Das war -kurz gesagt- einfach fantastisch.

Weiterlesen
1 2 3 6